Simulierte Altersschwäche

Wie GERT einem das Leben schwer macht

Um ihre Freiwilligen sensibel für Altersschwäche zu machen, schult seit 2014 die FSD Bistum Münster ihre MitarbeiterInnen mit einem speziellen Simulationsanzug. Damit  wird sogar eine Kaffeekanne zum Hindernis.

Steife Gelenke, schwere Gliedmaßen, schlechte Sinneswahrnehmung – wenn im Alter der Körper nicht mehr so mitspielt wie mit Anfang 20, wird der Alltag zu einer echten Herausforderung. Das ist an sich nichts Neues, dennoch fällt es gerade jungen Menschen besonders schwer, die körperlichen Einschränkungen bei Senioren richtig einzuschätzen. Schnell neigt man dazu, ungeduldig zu werden. In der Arbeit mit Senioren ist Ungeduld jedoch nicht nur unangebracht, sondern mit einhergehender Unkonzentriertheit auch gefährlich.

Mit GERT (GERontologischer Testanzug) hat die FSD Münster nun die ideale Möglichkeit angeschafft, jungen Freiwilligen die Einschränkungen des Alters am eigenen Körper spüren zu lassen. Der Altersimulationsanzug besteht aus einer Reihe von Gewichten, Polstern, Bandagen und Spezialbrillen. Am ganzen Körper angebracht beschweren sie die Arme und Beine, versteifen sie Gelenke und schränken die Koordination und Wahrnehmung ein. Mit speziellen Brillen wird krankheitsspezifisch das Sehfeld eingeschränkt. Die Testpersonen nehmen die Welt „wie im Nebel“ wahr. 

Die FSD schult seit 2014 regelmäßig  ihre MitarbeiterInnen in der Handhabung von GERT, um ihn auch mit den Freiwilligen in den Bildungsseminaren einzusetzen. Und GERT kommt gut an. Zum einen ist es eine wirklich spannende Erfahrung, diese Einschränkungen nachzuempfinden, zum anderen stärkt es das Einfühlungsvermögen der Freiwilligen. Eine Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg bestätigt die Wirksamkeit der Simulation zu Ausbildungszwecken.

(mlw)