Ein Jahr voller neuer Erfahrungen in Karthaus

Matthew aus Ghana begleitet Menschen mit Behinderung im Anna-Katharinenstift. Für neue Freiwillige werden Gastfamilien gesucht.

Matthew (rechts) unterstützt eine Bewohnerin beim Malen. Links im Bild sein Kollege Tobias Hüwe.

Wenn morgens im Anna-Katharinenstift Karthaus die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in den Tag starten, ist Matthew oft schon mittendrin im Geschehen. Der 28-Jährige aus Ghana unterstützt seit September vergangenen Jahres als Freiwilligendienstleistender eine Wohngemeinschaft der besonderen Wohnform für Menschen mit Behinderungen – und ist dort zu einem vertrauten Gesicht im Alltag geworden. 

Im Rahmen des weltwärts-Programms kam Matthew über die Freiwilligen Sozialen Dienste (FSD) Münster nach Deutschland. In Karthaus begleitet er die Menschen der Wohngemeinschaft im Alltag, unterstützt bei Mahlzeiten, hilft bei Freizeitangeboten und verbringt Zeit mit ihnen. 

„Zu Beginn brauchte er natürlich viel Anleitung“, berichtet Jörg Seichter, Koordinator für Freiwilligendienste im Anna-Katharinenstift. „Schon nach kurzer Zeit konnte er viele Aufgaben selbstständig ausführen. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben ihn schnell ins Herz geschlossen und erleben ihn als feste Bezugsperson.“ 

Unterstützung im Alltag und neue Perspektiven 

Für die Mitarbeitenden bedeutet Matthews Einsatz eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag. Gleichzeitig bringt er eigene Ideen für die Gestaltung der Freizeit ein. „Es entstehen Angebote, die ohne ihn gar nicht stattfinden könnten“, erklärt Tobias Hüwe aus der Wohngemeinschaft Hugo. Besonders beliebt sind gemeinsame Kochaktionen, bei denen Matthew Gerichte aus seiner Heimat zubereitet und damit neue Geschmacksrichtungen auf den Tisch bringt.  

Auch darüber hinaus bereichert der internationale Austausch den Einrichtungsalltag. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Erfahrungen eröffnen neue Perspektiven und regen Gespräche über Gewohntes und Vertrautes an. Der gemeinsame Austausch wird im Team bewusst als Bereicherung erlebt. Gerade in einer Einrichtung, in der viele Menschen auf verlässliche Strukturen angewiesen sind, spielen klare Absprachen und gegenseitiges Verständnis eine wichtige Rolle. Regelmäßige Anleitungsgespräche und feste Ansprechpersonen unterstützen die Freiwilligen dabei, sich gut einzuleben und Schritt für Schritt Sicherheit in ihrem Aufgabenbereich zu gewinnen. 

Internationale Vielfalt seit vielen Jahren 

Das Anna-Katharinenstift Karthaus arbeitet bereits seit 2014 mit internationalen Freiwilligen zusammen. Seit mehreren Jahren engagieren sich dort auch junge Menschen aus dem weltwärts-Programm. Für die Einrichtung ist das mehr als praktische Unterstützung: Die internationalen Freiwilligen bereichern das Zusammenleben in den verschiedenen Wohngemeinschaften und ermöglichen interkulturellen Austausch. 

Auch Matthew erlebt die Zeit in Karthaus als prägende Erfahrung. Besonders wichtig sind ihm die Begegnungen mit den Menschen, die im Anna-Katharinenstift leben. „Ich freue mich jeden Tag darüber, Zeit mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern zu verbringen“, sagt er. „Man lernt voneinander – auch ohne viele Worte.“ 

Gastfamilie für Jhotan und weitere Freiwillige gesucht 

Damit internationale Freiwillige in Deutschland nicht nur gut ankommen, sondern auch Teil des gesellschaftlichen Lebens werden können, wohnen sie während ihres Freiwilligendienstes nach Möglichkeit in Gastfamilien.  Bereits im September reist die nächste Gruppe internationaler Freiwilliger für den 12-monatigen Dienst ins Münsterland. Jhotan, ein junger Mann aus Mexiko, wird die Nachfolge von Matthew im Anna-Katharinenstift antreten und dort seinen Freiwilligendienst beginnen. Für ihn und weitere junge Menschen sucht die FSD Münster derzeit Gastfamilien, Paare oder Einzelpersonen in Münster, Dülmen, Emsdetten, Heek und Steinfurt. Wer bereit ist, einem jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit anzubieten, ermöglicht nicht nur Orientierung und Unterstützung in einer neuen Umgebung, sondern auch echte Teilhabe am Alltag und einen persönlichen kulturellen Austausch. 

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bei Helena Frenke oder Mattea Hater (pädagogische Fachkräfte der FSD) zu melden: weltwaerts@fsd-muenster.de. Telefon: 0251 384502-0.  Erste Informationen finden Sie hier.