Ketteler-Haus Sozialtherapeutisches Wohnheim, Marl

Ansprechperson

Herr Bruder
02365 924700

Kaspar-Grove-Straße 3
45768 Marl

Freie Einsatz­stellen

Deine Aufgaben:

Betreuung, Assistenz und Begleitung der BewohnerInnen, sowie Fahrdienst

Voraussetzungen:

Führerschein: Ja
Konfession: Ja
Alter: ab 18+
Unterkunft: Nein

Erfahrungs­berichte

Was sind deine Aufgaben?

Ich betreue am Internat Gaesdonck zwei Mädchengruppen aus der Unter- und Mittelstufe (hier bei uns heißt es "Häuser"). Tagsüber verbringe ich die Zeit im „Haus Georg“. Dort backe, bastle und spiele ich mit den Schülerinnen und kümmere mich darum, dass sie ihre Hausaufgaben erledigen. Am Abend bin ich dann in der Wohngruppe „Haus Navona“. Hier achte ich beispielsweise darauf, dass die Schlafzimmer aufgeräumt sind und kümmere mich um die Abendgestaltung. Am Wochenende geht es dann auf Ausflüge wie z. B. eine Fahrt ins Kino oder zum Zoo, wo ich mit als Aufsichts-/Begleitperson fungiere. Außerdem fahre ich die Schüler*innen zum Bahnhof an den Heimfahrt-Wochenenden und/oder begleite sie zu Arztterminen.

Was gefällt dir besonders gut? Womit hast du nicht gerechnet?

Besonders gut gefällt mir, dass ich sehr viele Möglichkeiten habe, kreativ zu werden, zum Beispiel bei der Planung und Durchführung von Gruppenaktivitäten unter der Woche und auch am Wochenende. Ich habe die freie Wahl, was ich mit den Kindern während der einen Stunde Gruppenzeit am Tag basteln oder backen möchte oder ob ich etwas ganz anderes unternehme. Falls ich dabei Hilfe brauche, bekomme ich jederzeit Unterstützung von meiner Anleiterin. Außerdem gefällt mir der enge Kontakt zu den Kindern sehr gut. Dadurch, dass man den ganzen Tag bzw. die ganze Woche und das Wochenende gemeinsam verbringt, wächst man wie zu einer kleinen "Familie" zusammen. Man bekommt  viel von den Sorgen, Problemen, aber auch den Wünschen der Kinder/Jugendlichen mit und kann daran teilhaben.

Womit ich am Anfang nicht gerechnet hätte ist, dass mir direkt viel Verantwortung übertragen wurde. So durfte ich früh ganz alleine meine Gruppe betreuen und mich selbstständig um die Beschäftigung der Schülerinnen kümmern.

Zudem wurde ich von Anfang an in viele Entscheidungen mit einbezogen und konnte jederzeit neue Ideen und Wünsche äußern, was mich anfangs etwas überrascht hat.

Was macht deine Einsatzstelle besonders?

Unter anderem das fast schon riesige Angebot an Freizeitaktivitäten auf dem Campus wie z. B. eine eigene Schwimmhalle, eine Skateboard Halfpipe und viele Tennis- und andere Sportplätze. Aber auch das humorvolle und freundliche Miteinander unter den Kollegen und beim Umgang mit den Schüler*innen. Ich konnte hier einige neue, sympathische Leute kennenlernen und habe viele Freundschaften geschlossen.

Was hast du in den Seminaren erlebt?

Die Seminare gehören zu den schönsten Zeiten in meinem FSJ! Es hat so viel Spaß gemacht, mit der Gruppe Kooperationsaufgaben meistern zu müssen und es war toll, sich einfach mal mit Gleichaltrigen, die dasselbe wie du erleben, austauschen zu können. Es war ein mega offener Umgang miteinander und eine echt spaßige Abwechslung zum Arbeitsalltag. Ich bin einfach sehr froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, ein Teil von dieser wundervollen Gruppe zu sein.

Warum hast du dich für ein FSJ/BFD entschieden? Was bedeutet es für deine Zukunft?

Nach dem Abitur wollte ich einfach mal weg vom Lernen und erstmal etwas tun, bevor ich direkt wieder in ein Studium starte. Da war ein FSJ genau das Richtige für mich. Ich wollte mir erst mal ein Jahr gönnen, in dem ich Zeit habe, mir genau zu überlegen, was ich später mal machen möchte und rausfinden kann, was passend für mich ist. Ich wusste grob, dass ich in einem sozialen Beruf arbeiten möchte, war mir aber über genaue Details unsicher. Und für so eine Entscheidungsfindung ist das FSJ perfekt geeignet. Man lernt sich selbst und die Tätigkeiten im sozialen Bereich nochmal besser kennen und wächst an seinen Aufgaben. Dadurch wurde mir mein weiterer (Berufs-)Weg viel klarer und ich hatte am Ende des Jahres einen Plan, wie es für mich weitergeht.

Was hast du dazugelernt? Wie hast du dich verändert?

In meinem FSJ habe ich sehr viel dazulernen dürfen. Ich bin selbstbewusster und gehe jetzt mit viel mehr Ruhe an neue Situationen und Aufgaben heran. Auch was den Umgang mit den Kindern/Jugendlichen angeht bin ich viel offener geworden. Ich habe das Gefühl, dass ich durch dieses Jahr an meinen Aufgaben gewachsen und dadurch erwachsener geworden bin. Durch das Vertrauen meiner Kolleg*innen in mich traue ich mir selbst viel mehr zu und weiß, dass ich mit der mir übertragenen Verantwortung zurechtkomme.

Das FSJ bleibt für mich einfach unvergesslich und ich vermisse jetzt schon die Mädchen aus meinem Haus, die ich täglich begleiten durfte und die mir so viel Herzlichkeit und Vertrauen geschenkt haben. Ich kann jedem der überlegt, ein FSJ zu machen, nur empfehlen: Macht es! Es ist eine super tolle und einmalige Erfahrung, bei der man nur gewinnen kann.