Friederike Haverkamp

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Friederike erzählt dir von ihrem Freiwilligendienst im Internat.

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Bewerben kannst du dich online bei uns oder informier dich bei: www.internat-loburg.com

mein Freiwilligendienst im Internat "Die Loburg", Ostbevern

Warum hast du Dich für ein FSJ/BFD entschieden? Was bedeutet es für Deine Zukunft?

Manchen Leuten fällt es leicht sich früh für einen Beruf und somit für den Weg nach der Schule zu entscheiden. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Zwar war mir immer bewusst, dass ich in meinem Alltag Kontakt mit vielerlei Arten von Menschen haben wollte, aber in welchem Beruf ich das haben möchte ist mir selbst heute noch nicht ganz klar. 

Somit betrachtete ich in der Abiturphase und somit kurz vor meinem BuFDi, dieses als gutes Orientierungsjahr für meinen späteren Berufsweg und gleichzeitig als angenehme Abwechslung zum alltäglichen Bank-drücken in der Schule.

Ich bewarb mich an dem Internat „Die Loburg“, da es mich interessierte den Alltag von Kindern und Teenagern zu begleiten, die in einer ähnlichen Situation waren wie ich in den letzten 12 Jahren. Das besondere an der Loburg ist zudem noch, dass viele ausländische Schüler das Internat besuchen um gleichzeitig ein Sprachenjahr in dem Sprachinstitut zu absolvieren. Somit ist die Schülerschaft kulturell gemischt was das Zusammenleben bereichert und interessanter macht.

Was macht deine Einsatzstelle besonders?

Als ich dann vor einem Jahr meinen Probearbeitstag hatte, fiel mir direkt auf wie familiär es hier ist. Ich arbeitete an diesem Tag ausschließlich bei dem Haus der kleinen Mädchen. Heute „meine“ kleinen Mädchen wie ich gerne sage, sind zwischen 12 und 18 Jahren und besuchen ausschließlich die Sekundarstufe 1.

Es gibt somit noch drei weitere Häuser. Das Haus der kleinen Jungs, das Haus der großen Jungs und das Haus der großen Mädchen. Jedes dieser Häuser ist mit mindestens zwei ausgebildeten Erziehern, Sozialarbeitern oder Sozialpädagogen ausgestattet. Das Kollegium ist sehr bunt gemischt, sodass für jedes Kind eine Person da ist, mit der es ihm möglich ist über die Probleme des Alltags zu reden.

So, wie ihr jetzt schon vermuten könnt, arbeite ich in meinem BFD ausschließlich bei den kleinen Mädchen. Damit das aber nicht ungerecht ist, hat natürlich jedes andere Haus nach Möglichkeit auch einen BFDler oder Praktikanten, der die Erzieher unterstützt.

Das Schöne an der Loburg ist, dass man selbst als BuFDi ein gleichgestelltes Mitglied des Teams ist. Man ist nicht weniger wert nur weil man nicht ausgebildet ist. Ich glaube das ist etwas ziemlich besonderes, was man nicht unterschätzen darf. 

Was sind deine Aufgaben?

Aber warum sind wir nicht-ausgebildeten, gerade mal ein paar Jahre älteren, Halbstarken eigentlich so wichtig für diese Einrichtung? Auf der einen Seite sorgen wir natürlich dafür, dass der Keks- und Obstvorrat im Haus stets gedeckt ist. Auf der anderen Seite nehmen wir die Rolle einer älteren Schwester oder eines älteren Bruders an. „Meine“ Mädels kommen zu mir, wenn ein Lehrer mal wieder unfair war oder man Streit mit der besten Freundin hat. Da ich selber noch nicht solange aus diesem Alter raus bin, bin ich einfach näher an diesen „kleinen“ Problemen dran, als die Erzieher. Man hat den Job als BFDlerin auch mal ein Auge für sie zuzudrücken und den Kindern einfach zu helfen dieses Internat als ein Zuhause anzusehen.

Was hast Du dazugelernt? Wie hast du Dich verändert? Was gefällt dir besonders gut?

Jetzt ist mehr als ein halbes Jahr um und ich hab schon viel gelernt. Ich hab das Gefühl dass ich durch diesen Job viel Verantwortung gelernt habe und sehr erwachsen geworden bin.

Zuletzt würde ich gerne noch beschreiben, warum ich hier so gerne arbeite. Ein Tag hier ist voll von Albernheiten, Streitereien und Diskussionen wer jetzt mit dem Ärgern angefangen hat oder wer den letzten Keks gegessen hat. Wenn ich nach Hause komme haben die 23 Mädels mich echt geschafft. Aber man bekommt im Gegensatz viel zurück.

Wenn Koreanerinnen Schokolade mit dir teilen die ihre Eltern ihnen extra aus der fernen Heimat geschickt haben, die Kleinen dich im Schlafanzug anbetteln dich ins Bett zubringen oder ein Kind mit einer guten Note ins Büro kommt, weil man mit ihr zusammen gelernt hat. All das klingt nur nach Kleinigkeiten, aber das sind für mich Kleinigkeiten, auf die ich auf keinen Fall dieses Jahr hätte verzichten wollen.

Somit kann ich jedem nur empfehlen ein BFD oder FSJ an der Loburg zu machen! Es ist mit Abstand das Beste was ich dieses Jahr hätte machen können.