BFD-Sonderprogramm §18

Zusätzliche Plätze für Flüchtlinge im Bundesfreiwilligendienst (Stand 06/2016)

Freiwilligendienste sind eine besondere Form bürgerschaftlichen Engagements und finden Interesse in vielen sozialen Bereichen zur Unterstützung laufender Dienstleistungen. Gerade auch im Bereich der Flüchtlingshilfe erfahren wir eine enorme Hilfs- und Engagementbereitschaft aller Generationen zur Unterstützung von Flüchtlingen in den Gemeinden und Einrichtungen unseres Bistums. Umso mehr freuen wir uns, dass die Bundesregierung ein neues ergänzendes Sonderprogramm im Bundesfreiwilligendienst „BFD mit Flüchtlingsbezug“, § 18 BFDG, verabschiedet hat, Beginn Dezember 2015. Für 10.000 weitere BFD Plätze ist die Finanzierung  bis 2018 gesichert. Von den 10.000 Plätzen erhält die Zentralstelle des Bundes (BafzA) 50 % (für ihre angeschlossenen Träger). Die restlichen 5.000 Plätze werden an die verbandlichen Zentralstellen weitergeleitet.

Der katholischen Zentralstelle des Deutschen Caritasverbandes wurden für 2016 ca. 800 zusätzliche Plätze bewilligt, wovon die Freiwilligen Sozialen Dienste im Bistum Münster 50 zusätzliche Plätze erhalten.

Die ersten BFD-Vereinbarungen mit Flüchtlingsbezug wurden bereits  ab Dezember 2015 geschlossen. Derzeit sind 25 Plätze belegt. Weitere Interessierte für einen Freiwilligendienst in diesem Bereich können aufgenommen werden! Sowohl Flüchtlinge selbst als auch Deutsche im Einsatz für Flüchtlinge. 

Sie möchten als Einsatzstelle Freiwillige im Bereich der Flüchtlingshilfe einsetzen? Was ist zu tun?

  • Zunächst ist es wichtig, dass Sie der FSD gGmbH eine Bedarfsmeldung zusenden.
  • Soweit Sie bereits eine vom Bundesamt anerkannte Einsatzstelle für den BFD sind, meldet die FSD gGmbH mit Ihrer EST-Nr. den zusätzlichen Einsatzbereich Flüchtlingsarbeit dem Bundesamt BAFzA. Das geht schnell und formlos.
  • Soweit Sie noch keine Anerkennung als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst haben, ist Herr Niewerth in der BFD-Verwaltung Ihnen bei der Antragstellung behilflich:
    0251-384502-31,  E-Mail: niewerth@fsd-muenster.de

Welche Einsatzbereiche sind möglich?

Der § 18 Abs. 1 im BFDG bestimmt den Einsatzbereich „Flüchtlingsbezug“ sowie den Personenkreis, der einen BFD in diesem Bereich absolvieren kann. Siehe hierzu auch das Merkblatt des Bundesamtes zum Sonderprogramm BFD mit Flüchtlingsbezug (Stand: 15.02.16)

Einsatzbereiche entstehen im Zusammenhang mit der Betreuung von Geflüchteten, sei es in Flüchtlingsunterkünften oder der täglichen (persönlichen) Begleitung wie Arzt- und Behördengänge usw. aber auch Einsätze in Schulen, Kitas u.a.

Als Einsatzstelle können Sie diese Einsätze direkt planen und durchführen, Sie können aber auch als Träger Freiwillige über Ihre Einrichtung in Einsatzbereiche „entsenden“ – auch in nicht anerkannte, aber gemeinwohlorientierte Einrichtungen mit Flüchtlingsbezug. Das trifft z.B. auch auf Flüchtlingsunterkünfte oder -Initiativen zu, da diese in der Regel trägerübergreifend arbeiten. Nicht möglich ist die Entsendung für einen Catering- oder Reinigungsdienst!

Als Einsatzstelle und Träger des Freiwilligendienstes sind Sie auch in diesem Sonderprogramm mitverantwortlich dafür, dass der Freiwilligendienst ein Lerndienst ist und bleibt!

Die Qualitätsstandards dürfen nicht abgesenkt werden; es ist eine Praxisanleitung zu stellen, die den/die Freiwillige durch den Dienst und das Jahr begleitet; Sie achten auf einen arbeitsmarktneutralen Einsatz! In diesem Bereich sicherlich nicht immer einfach, aber Freiwillige dürfen und können keine verantwortlichen MitarbeiterInnen vor Ort ersetzen! Freiwillige sind auch hier „nur“ unterstützend tätig.

Siehe hierzu die Stellungnahme des Landesarbeitskreises (LAK) FSJ-BFD in NRW

Welche Personengruppe kommt für den BFD mit Flüchtlingsbezug in Frage?

  • Der BFD mit Flüchtlingsbezug spricht alle Interessierte ab 18 Jahren an.
  • In Teilzeit (mit mehr als 20 Stunden die Woche) oder in Vollzeit.
  • Es können nicht Geflüchtete sein, die sich für Geflüchtete einsetzen oder Geflüchtete selbst, die in sozialen Einrichtungen tätig werden oder in der Flüchtlingshilfe selbst (sicherlich nur in Ausnahmefällen, je nach Aufgabe und Ort).
  • Geflüchtete müssen bereits seit 3 Monaten in Deutschland leben, einen Antrag auf Asyl gestellt und eine dauerhafte, geklärte Unterkunft haben. Darüber hinaus müssen sie sich in deutscher Sprache verständigen können.
  • Nicht zulässig sind Geflüchtete aus sicheren Herkunftsländern (siehe hierzu Merkblatt des BAFzA).
  • Dieser Personenkreis kann jedoch – wie jede/r andere Bewerber/in aus dem Ausland – einen Regel-Freiwilligendienst BFD oder FSJ absolvieren. Weitere Informationen finden Sie hierzu auf der Homepage unter internationale BewerberInnen.

Pädagogische Begleitung der Freiwilligen im BFD mit Flüchtlingsbezug

  • Der BFD § 18 ist geöffnet für Freiwillige ab dem 18. Lebensjahr. Damit bietet die FSD gGmbH die Möglichkeit, dass die TeilnehmerInnen generationsübergreifend im Einsatzfeld Flüchtlingsarbeit eingesetzt werden können und so werden sie auch päd. begleitet (Im Regel-Freiwilligendienst gibt es die Trennung zwischen teilnehmerInnen bis zum 26. Lebensjahr und ab 27. Lebensjahr/27 plus).
  • Freiwillige im BFD § 18 haben absolvieren auch 25 Bildungstage in 12 Monaten Dienst.
  • Freiwillige im BFD § 18 sind vom Seminar Politische Bildung im staatlichen Bildungszentrum frei gestellt.
  • Deutschkurse für Geflüchtete sind  nicht  auf die Bildungstage anzurechnen!
  • In der begleitenden Bildungsarbeit kann ein zertifizierter Flüchtlingslotsenschein erworben werden, der Freiwillige befähigt, auch nach dem Freiwilligendienst weiter in der Flüchtlingshilfe tätig zu sein.
  • Weitere Informationen zur Bildungsarbeit im BFD § 18 lesen Sie bitte auf der Homepage unter Bewerber-Informationen mit Flüchtlingsbezug.


Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Robert Schedding

Verwaltungsleiter

Sie haben Fragen oder Anregungen zum BFD-Sonderprogramm? Gerne stehe ich Ihnen mit meinem Verwaltungsteam zur Verfügung.

0251 - 38450211

schedding@fsd-muenster.de

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