Hendrik-Schmitz Linneweber

oben v.l.: Praxisanleiter Thomas Gerigk, FSJler Hendrik Schmnitz-Linneweber, Hausleiter St.Anna Franz-Josef Hemsing und Geschäftsführer Heinz-Josef Krusel

Viel mehr als nur Bilder aufhängen

Freiwilligendienst in der Haustechnik

Haltern am See -  Um sich beruflich zu orientieren, begann Hendrik Schmitz-Linneweber ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Haustechnik der Katholischen Altenwohnhäuser St. Anna und St.Sixtus in Haltern am See. Neben der handwerklichen Arbeit sind es vor allem das Zwischenmenschliche und die persönliche Entwicklung, die den Freiwilligendienst zu einem besonderen Jahr machen.

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 Der tägliche Blick in das Aufgabenbuch zeigt heute an: Batterien bei Frau Gerling austauschen und die E-Scooter-Garage ausbauen. Für den FSJler Hendrik Schmitz-Linneweber (19) ist das Routine. Seit November 2016 absolviert Hendrik über die Freiwilligen Sozialen Dienste (FSD) im Bistum Münster sein FSJ in den Katholischen Altenwohnhäusern St.Anna und St.Sixtus in Haltern am See. Doch im Gegensatz zu den anderen Freiwilligen vor Ort liegen seine Aufgaben nicht in der Pflege und Betreuung der Senioren. Hendriks Einsatzort ist die Haustechnik. Gemeinsam mit seinem Praxisanleiter, dem Leiter der Haustechnik Thomas Gerigk (49), kümmert sich Hendrik um alle handwerklichen Tätigkeiten, welche die beiden Häuser betreffen - von kleinen Reparaturen bis hin zum schweren Gerät bei der Pflege der Außenanlagen. Besonders die Vielseitigkeit in der Haustechnik genießt der 19-jährige Freiwillige. „Wartung und Instandhaltung, Renovierung und Anlagenpflege – das ist viel mehr als  nur Bilder aufhängen“, schwärmt Hendrik von seinem Dienst.  Das Schöne in der

Haustechnik sei ja eh, dass man in alle Bereiche Einsicht habe und viele eigene Fähigkeiten kennenlerne und fördern könne, findet der FSJler. Auch der Kontakt zu den Bewohnern der Altenwohnhäuser kommt da nicht zu kurz.

Im Zimmer von Frau Gerling wechselt Hendrik die Batterien einer Wetterstation. Die Seniorin freut sich immer über die Hilfsbereitschaft der Haustechniker. „Normalerweise ist die Gestaltung der Wohnräume Sache der Angehörigen und nicht der Haustechnik“, verrät Thomas Gerigk, „aber wenn man gefragt wird, hilft man gerne mal aus.“ Für den Freiwilligen Hendrik ist das kein Problem. Er genießt den persönlichen Kontakt. „Es entwickelt sich schon fast eine Art Enkel-Effekt“, beschreibt Gerigk lachend den Umgang des Freiwilligen mit den Bewohnern.

Auf die FSJ-Stelle aufmerksam wurde Hendrik über seinen Schwager, der ebenfalls zuvor seinen Freiwilligendienst in St.Anna und St. Sixtus ableistete. Nachdem Hendrik im vergangenen Jahr davon Abstand genommen hatte, den elterlichen Betrieb übernehmen zu wollen, suchte er nach beruflicher Orientierung. In den Altenwohnhäusern hospitierte er für zwei Tage, um sich einen ordentlichen Einblick in die Tätigkeiten zu verschaffen. Über die Trägergesellschaft Freiwillige Soziale Dienste (FSD) im Bistum Münster gGmbH bewarb sich Hendrik auf die Stelle in der Haustechnik und hatte Erfolg. Land- und Forstwirtschaftliche Erfahrungen brachte Hendrik schon mit. Sogar einen Motorsägenschein hat der Freiwillige vor seinem FSJ gehabt. „Solche Vorkenntnisse sind hilfreich aber kein Muss. Die Freiwilligen sollten vor allem neugierig, offen und reflektiert sein“, empfiehlt Hausleiter Franz-Josef Hemsing. „Es werde sehr genau darauf geachtet, welche Hilfstätigkeiten der Freiwillige im Rahmen der Arbeitssicherheit leisten darf“, betont auch Geschäftsführer Heinz-Josef Krusel.

Im Alltag schaut Praxisanleiter Thomas Gerigk seinem Schützling daher ganz genau auf die Finger. „Natürlich ist die Begleitung der jungen Freiwilligen zeitaufwendig. Aber man will ja auch, dass die Freiwilligen im Leben weiterkommen – und dass es auch gleichzeitig gut für das Haus ist.“, berichtet Gerigk.
Hendrik hat das FSJ als Lern-und Orientierungsjahr genutzt. Neben seinem Dienst bewirbt er sich um eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Geschäftsführer Krusel kennt diese Wirkung der Sozialen Dienste: „Durch ein Freiwilligendienst kann man ein Stück erwachsener werden.“ 

(mlw)