Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug

Die Freiwilligen Sozialen Dienste im Bistum Münster bieten 50 Plätze im „BFD mit Flüchtlingsbezug“ an. Diese Plätze stehen deutschen Freiwilligen für den Einsatz in der Flüchtlingshilfe ebenso offen wie Asylberechtigten, Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist. Der Dienst ist für alle Altersgruppen ab 18 Jahren möglich und kann auch in Teilzeit absolviert werden.

Der BFD ist in folgenden Konstellationen in der Flüchtlingshilfe möglich:

  • Deutsche engagieren sich für Geflüchtete
  • Geflüchtete engagieren sich für Deutsche
  • Deutsche engagieren sich für Deutsche
  • Geflüchtete engagieren sich für Geflüchtete

Der BFD mit Flüchtlingsbezug leistet in all seinen möglichen Konstellationen einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft. Eine besondere Bedeutung haben dabei der interkulturelle Austausch und das gegenseitige Lernen voneinander. 

Welche Einsatzgebiete sind möglich?

  • Betreuung und Unterstützung von Geflüchteten bei ihrer Unterbringung und Versorgung (zum Beispiel in Flüchtlingseinrichtungen, Unterkünften)
  • Unterstützung und Hilfe für Geflüchtete bei ihrer gesellschaftlichen Orientierung und Integration im Alltag (zum Beispiel als Integrationslotsinnen- und Integrationslotsen, als Begleitung zu Behördengängen und Arztbesuchen, als Übersetzungshelferin und Übersetzungshelfer)
  • Die Betreuung und Unterstützung von Geflüchteten im Bildungsbereich (zum Beispiel Kitas und Schulen)
  • Die Betreuung und Unterstützung von Geflüchteten im integrationsorientierten Freizeitbereich (zum Beispiel Sport, Kultur, Jugendarbeit)
  • Die Koordinierung und Organisation von bürgerschaftlichem Engagement zu Gunsten von Geflüchteten (zum Beispiel Sortierung und Weitergabe von Sachspenden, Lebensmittelverteilung, Einsatzplanung von ehrenamtlichen HelferInnen)
  • Die Unterstützung der Hauptberuflichen und SozialarbeiterInnen vor Ort (zum Beispiel im Ortscaritasverband, in der Kirchengemeinde, im Jugendverband)
  • Für Geflüchtete gibt es außerdem die Möglichkeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen mitzuarbeiten. Dabei ist es auch möglich hausmeisterlichen und technischen Aufgaben mit sozialem Bezug nachzugehen.

Wie sieht die Bildungsarbeit im BFD mit Flüchtlingsbezug aus?

Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen inklusive der gesetzlich vorgegebenen Bildungstagen obliegt der FSD gGmbH und ist in Kooperation mit der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. (GGUA).

Die Teilnahme an Bildungstagen ist neben dem praktischen Dienst in einer Einsatzstelle verpflichtend und ein zentraler Bestandteil des Freiwilligendienstes. Die Anzahl der Bildungstage richtet sich nach der Dauer des Dienstes. In der Regel wird ein 12-monatiger Dienst mit 25 Bildungstagen begleitet. Für alle Freiwilligen, die bereits das 27. Lebensjahr vollendet haben, ergeben sich 20 Bildungstage, weil der BFD mit Flüchtlingsbezug eine besondere pädagogische Begleitung sowie die Zertifizierung zum Integrationslotsen beinhaltet.

Das Bildungsprogramm setzt sich zusammen aus:

  • einer Einführungsveranstaltung
  • zwei- oder dreitägigen Austauschtreffen mit anderen Freiwilligen
  • einer 5-tägigen Seminarwoche zur Reflexion der Arbeit in der Einsatzstelle
  • eintägige Workshops zu Themen rund um Flucht und Migration
  • einer 5-tägigen Seminarwoche zum Thema Interkulturelle Sensibilisierung

Leistungen

  1. Fachliche Anleitung und Begleitung in der Einsatzstelle
  2. 25 Bildungstage in einem 12-monatigen BFD-Jahr bzw. 20 Bildungstage für Freiwillige über 27 Jahren
  3. Kostenlose Verpflegung und Fahrtkostenerstattung für die Seminartage
  4. Bei einem Vollzeitdienst 380,- Euro Taschengeld und 50,- Zuschuss für Verpflegung. Weitere Sach- und Geldleistungen (z.B. kostenlose Unterkunft, Fahrtkosten usw.) sind mit der Einsatzstelle abzusprechen. Die Höhe des Taschengeldes reduziert sich bei einer Teilzeitbeschäftigung. Das Taschengeld wird auf Asylbewerberleistungen sowie Arbeitslosengeld angerechnet werden.
  5. Sozialversicherungsleistungen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)
  6. Unfall- und Haftpflichtversicherung
  7. Gesetzlicher Urlaubsanspruch, mindestens 24 Tage nach dem Bundesurlaubsgesetz bei einer 5-Tage-Woche in Vollzeit
  8. Ein Zeugnis über den Freiwilligendienst von der Einsatzstelle
  9. mögliche Zertifizierung zum Integrationslotsen
  10. Für Flüchtlinge:
  • (Intensiv-)Sprachkurse zur Vorbereitung auf Dienst und Bildungsarbeit
  • Unterstützung bei der behördlichen Organisation des Dienstes bei Bedarf

Liesa Geldbach